Computerhilfe


3. März. 2005

Vom Festplattenrecorder zur DVD

Abgelegt unter: Videobearbeitung — Administrator @ 15:30

Vor einem Jahr hatte ich mir einen Receiver mit eingebauter Festplatte gekauft.
Nun dachte ich, dass ich doch mal probieren könnte, wie man die aufgenommenen Filme von der Festplatte auf eine DVD transferieren könnte. Und ich habe mir das einfacher vorgestellt, als es im Nachhinein werden sollte..
Recht unspektakulär gestaltete sich der Ausbau der Festplatte. Die war in fünf Minuten aus dem Receiver ausgebaut und an den PC angeschlossen.
Aber dann kam ich erst einmal ins Grübeln. Die Festplatte wurde zwar erkannt, aber Windows konnte mit den darauf befindlichen Partitionen nichts anfangen. “Macht nichts” dachte ich mir “kommt die Platte halt in die Linuxkiste”. Aber auch dieses tolle Betriebssystem konnte nichts von der Festplatte lesen. Nun war guter Rat teuer bzw. eine umfangreiche Google-Suche angesagt…
Und, wenn man weiß, wie man Google füttern muß, dann findet man auch meistens etwas. Wie bekommt man nun seine Filme auf DVD?

1. Festplatte ausbauen
Nur Mut. Gehäuse aufschrauben und die Festplatte ausbauen. Das ist nicht weiter kompliziert. Kaputtmachen kann man da auch (fast) nichts. Es sei denn, dass man wirklich rohe Gewalt anwendet.

2. Festplatte in den PC hängen

PC ausschalten. Festplatte an einen freien IDE-Port anstöpseln. Dabei auf die richtige Zuordnung als Master oder Slave achten. Ggf. den Jumper umstecken. Die Festplatte muss dabei nicht unbedingt richtig eingebaut werden, da man sie ja nur kurz im PC benötigt, um die Filme zu übertragen.

3. Filme übertragen
Hierzu benötigt man ein Tool, welches die Partition auslesen kann. Da gibt es einige. Für meinen Noname-Receiver habe ich PVRRead genommen. Das ist ein Kommandozeilentool und Freeware. Also erst einmal PVRRead herunterladen und in irgendein Verzeichnis reinkopieren. Dabei darauf achten, dass in dieses Verzeichnis später die Filme von der PVR-Festplatte gespeichert werden. Es sollte also hier genügend Platz vorhanden sein.
PVRRead kopiert dann die gewünschten Filme in dieses Verzeichnis. Dabei entsteht pro Film eine Videodatei und eine Audiodatei.

4. ProjektX
Nun benötigen wir die nächste Software: ProjektX. Das ist eine Javaanwendung die die entsprechende Javaumgebung benötigt. Wenn man die noch nicht hat, muss man die sich auch noch herunterladen und installieren. ProjektX wird leider nur als Source zum Download angeboten, so dass man diese erst zu einer fertigen Anwendung kompilieren muss. Das klingt jetzt etwas kompliziert, ist aber nicht weiter schwer, wenn man hier bei Charles Web nachsieht, und dessen Anleitung Schritt für Schritt abarbeitet.

Wozu brauchen wir denn überhaupt ProjektX?
ProjectX ist eine Software zum weiterverarbeiten des per Direktaufnahme gespeicherten MPEG2 Transport Streams. ProjectX zerlegt den MPEG Transport Stream in seine Bestandteile. Hierbei wird der Stream auch gleich auf Fehler überprüft und synchronisiert.

5. Schneiden(Werbung entfernen)

Mit ProjektX soll man den Film auch Schneiden können. Das habe ich nicht ausprobiert. Ich habe dazu Cuttermaran genommen. Das Programm ist einfach zu bedienen und liefert ordentliche Ergebnisse.

6. DVD-Dateien erstellen

Um eine DVD erstellen zu können, benötigt man die Filmsequenzen in einer festgelegten Ordnerstruktur die bestimmte Dateien enthält. Diese liefert uns dann IFOEdit. Das ist dann auch das letzte Tool, was wir benötigen.

Alles in allem eine recht aufwändige Prozedur. Aber mit der Zeit kommt da Routine rein, so dass man regelmäßig die Festplatte des PVR „säubern“ kann und z.B. den Kindern ihre DVDs individuell zusammenstellen kann.

Fragen und Anregungen zum Thema einfach hier in den Kommentaren hinterlassen.